«Amphibische Fische» – Besonders hart im Nehmen

Wenn bei Ebbe das Wasser abläuft, verziehen sich alle Fische in tiefere Gefilde. Alle Fische? Nein, zwei Arten von unbeugsamen Schleimfischen – der «grüne» und der «amphibische» Schleimfisch - hören nicht auf, der Ebbe zu trotzen. Die nur wenige Zentimeter langen und immer neugierig schauenden Fische suchen entweder einen Felstümpel auf oder ziehen sich einfach in eine feuchte Felsspalte zurück. Manchmal sieht man sie nachts sogar auf dem Fels herumkriechen. Möglich machen ihnen dies ganz spezielle anatomische Eigenschaften: Sie haben keine Schuppen und deshalb ist die Haut für Sauerstoff sehr durchlässig. Bei Sauerstoffknappheit werden sie rötlich, ein Zeichen dafür, dass die Haut stärker durchblutet wird. Besonders deutlich wird dies an den feinen Flossenmembranen. Zusätzlich schlucken die Schleimfische Luft ihre Speiseröhre, die ganz besonders dehnbar und durchblutet ist. Sie atmen also mit ihrer Speiseröhre!

Auftaucherbrille

Damit sie an der Luft auch etwas sehen, sind ihre Augen mit einer Art Brille ausgerüstet. Die Hornhaut hat eine flache Stelle, durch die der Fisch auch an Land wohl ähnlich gut sehen kann, wie unter Wasser. Auf französisch heisst der amphibische Schleimfisch «blennie coiffé», wohl, weil auf seiner Stirn ein haarbüschelähnlicher Hautlappen aufragt

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