Der Kampf gegen die Strömung

Die Miesmuschel weiss, wie’s geht

Zwischen Ebbe und Flut leben besonders viele Miesmuscheln, denn hier gibt es nur wenige Fressfeinde. So beliebt die Miesmuschel – in Frankreich heisst sie «Moule» – auf dem Teller ist, so genial ge-baut ist sie. Ihre Form gleicht einem winzigen Schiffsrumpf. Natürlich ist dies kein Zufall: Der Strömungswiderstand der Moule-Schale ist optimiert. So verringert sie das Risiko, von der Brandung weg-gerissen zu werden. Ausserdem klebt sie sich mit zähklebrigen Fäden – den Byssus-Fäden, aus denen von manchen Muschelarten auch Meerseide gewonnen werden kann – an hartem Fels fest. Moules leben nie alleine. Sie vernetzen sich mit den elastischen Fäden mit ihren Nachbarn und bilden Muschelbänke, was den Schutz noch erhöht. Darin verfängt sich viel stabilisierendes Sediment, und Unmengen anderer Tiere können sich hier ansiedeln. Es lohnt sich, mit einer Lupe zwischen die Miesmuscheln zu gucken!

Der gefesselte Feind

Miesmuscheln können ihre Hauptfeinde, die Purpurschnecken, mit den Byssus-Fäden immobilisieren; Sie kleben sie einfach fest. Manchmal dauert die «Fesselung» über Tage und Wochen, mitunter bis die räuberischen Schnecken verhungert sind!

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